Herbstferien mal anders

 

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Von Hong Kong aus kann man innert kürzester Zeit viele wunderbare Länder erreichen. Unser ältester war enttäuscht als er im Flugzeug sitzend erfahren hat, dass er seinen Film nicht fertig schauen konnte, weil die Flugzeit nach Taipei dafür zu kurz war.

Der erste Eindruck von Taiwan’s Hauptstadt?  Es hat wahnsinnig wenig Leute! Wir haben gerätselt, ob an unserem Ankunftstag ein spezieller Feiertag gefeiert wurde und deshalb kaum eine Menschenseele am Flughafen war, oder ob wir sonst was nicht mitbekommen haben. Aber der Grund ist ein simpler: Wir haben uns einfach schon so an die  Menschenmassen in Hong Kong gewöhnt, dass es uns in Auge sticht, wenn man an der Rolltreppe nicht Schlange stehen muss oder einem sonst überall nicht viele Leute entgegenkommen.

Am ersten Abend gingen wir ziemlich planlos umher und landeten am Ende zum Abendessen nicht in einem Restaurant, sondern an einem Nightmarket auf offener Strasse. Die vergilbte Menukarte, welche auf dem wackelnden Tisch lag, konnten wir nicht entziffern und wir haben uns geschworen, endlich Mandarin Lektionen zu nehmen. Die Kellnerin brachte uns schlussendlich eine Menukarte mit Bildern. Wir wählten die ansprechendsten Bilder aus – und wurden nicht enttäuscht. Das Essen war sehr lecker.

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Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Zug nach Beitou. Dieser Ort ist bekannt für seine natürlichen heissen Quellen. Ich hatte die heissen Quellen von unserer Reise nach Japan (10 Jahre ist es her!) noch in sehr guter Erinnerung und freute mich deshalb auf das angenehm warme Baden.

Auf der 30 minütigen Fahrt plauderte der Jüngste mit einer Frau (siehe Bild unten) und ich hatte eine sehr nette Begegnung mit einer älteren Dame. Die Dame sass mir gegenüber, in einem Tragetuch trug sie ein Neugeborenes. Sie gab dem kleinen Knopf eine Flasche Milch, aber danach hatte sie sichtlich Mühe, das Kind wieder richtig in das Tragetuch zu binden. Ich setzte mich neben sie und fragte sie, wie alt das Kleine sei. Simon (ja, ich war überrascht über die westliche Namenswahl) sei 7 Wochen alt, und seine Eltern beide Ärzte und 100% am arbeiten, und es sei das erste Mal, dass sie auf ihren Enkel aufpasse. Sie war unglaublich erleichtert, als ich ihr meine Hilfe anbot, und so platzierte ich den kleinen Simon auf Grossmutters Brust und half ihr, das Tuch richtig umzubinden. Wir sprachen über Kinder, das Reisen, Berufe, und natürlich Taiwan. Die Begegnung war wunderschön, ich hatte die Dame richtig ins Herz geschlossen. Schade musste sie zwei Stationen vor uns aussteigen. Mit einem breiten Lachen winkte Sie mir vom Perron aus zu.

In Beitou angekommen, machten wir uns auf die Suche nach einem Hot Spring. Der erste Versuch scheiterte an falschen Badehosen.  Die Dame am Eingang bestand darauf, dass Tom und der Grössere die mitgebrachten Schwimmshorts nicht tragen durften. Da die einzige Alternative um hereingelassen zu werden darin bestand, zwei dieser, wie soll ich sagen….nicht gerade attraktiven Badeschlüpfer zu kaufen, verzichteten wir darauf und machten uns auf die Suche nach einem anderen Hot Spring.

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Etwas später wurden wir fündig, und es war dann auch kein Problem, in handelsüblichen Schwimm-Shorts zu baden. Jeder erhielt einen Plastikkorb mit Tüchern und einer Haarhaube, die vor allem ich mit meinen langen Haaren tragen musste. Ich hätte euch unglaublich gerne ein Foto von mir in einer Oma-Haube gezeigt, aber komischerweise finde ich kein einziges Foto von mir in dieser vorteilhaften Aufmachung. Tut mir echt sehr leid!

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Die restlichen Tage verbrachten wir damit, Tempel anzuschauen,  ein Teemuseum zu besichtigen (wo der Jüngste fand, es sei eine gute Idee, von der vierten Treppenstufe runterzuspringen und sich somit eine blau/violette Beule zu holen), den ehemals höchsten Turm der Welt zu besichtigen, und natürlich durfte ein Besuch im Chiang- Kai- Shek  nicht fehlen.  Dieses Gebäude wurde  zum Gedenken an  Chiang Kai-Shek, den langjährigen Präsidenten und obersten Militärsbefehlshaber der Republik China, errichtet.

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Und vor allem eines haben wir getan: Gegessen! Die Dichte an Restaurants, Food Stalls, kleinen Bubbletea-Läden und dergleichen ist in Taipei enorm. Keine 50 Meter weit kommt man ohne die Möglichkeit, sich zu verpflegen. Taiwanesen scheinen den ganzen Tag zu essen! Uns hat das sehr gefallen – wir haben vieles ausprobiert und haben in sehr leckeren Restaurants gegessen.

 

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Wer kennt es nicht – bei allem, was toll ist, vergeht die Zeit im Flug. Taipei hat uns sehr gefallen. Tom liebte die Essensvielfalt, mir gefiel vor allem die sehr freundliche, zuvorkommende und offene Art der Taiwanesen sehr, die Kinder liebten die Bubble-Teas und die Spielautomaten, die es an vielen Orten gibt. Und wir alle vier konnten uns kaum dazu überwinden, je wieder aus der heissen Quelle rauszukommen. Win-win für die ganze Familie!

 

 

 

2 Gedanken zu “Herbstferien mal anders

  1. salome schreibt:

    danke, dass du dir die Mühe machst, dies alles aufs Netz zu bringen. Ich finde es mega spannend und lese alles, was du schreibst. Ich war 2x in HK einmal als es noch Englisch war und vor 11 Jahren. Wir lieben SEA und wollen es im Frühling mal mit Japan versuchen, was wohl eher sehr teuer ist. ;-( We shall see. Besten Dank. Salome

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    • Wir vier in Hong Kong schreibt:

      Liebe Salome

      Danke! Ich freue mich über deine Rückmeldung – diese Feedbacks sind unter anderem mein Antrieb, zu Schreiben. Schön, dass dir mein Blog gefällt.
      Wann warst du in HK? Es ist echt schön da, gell. Wow, Japan ist auch absolut toll, wir waren vor etwa 10 Jahren mal da, damals jedoch noch ohne Kinder. Japan wollen wir auch noch mit unseren Kids entdecken. Liebe Grüsse, Denise

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