Expatmütter in Hong Kong – Christina

Über Christina:  Aufgewachsen in einem 850 Seelen-Dorf in Deutschland, ist Christina zusammen mit ihrem Mann Nik und den Kindern Nathan (4) und Livia (1) im Jahr 2018 nach Hong Kong gezogen.

Während des Biologiestudiums lernte Christina bei einem Treffen von Austauschschülern ihren späteren Ehemann Nik kennen, der zeitgleich Volkswirtschaft und Japanisch studierte.

Nachdem die beiden im Jahr 2000 ein Paar wurden ging Nik für ein Jahr nach Japan. Christina zog es derweil nach Schottland. Seit ihrer Promotion am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg arbeitet Christina in der Pharmaindustrie und betreut medizinische Studien von neuen Medikamenten.

 

Über den Moment, als Hong Kong zum Thema wurde: „Ich habe immer gesagt, dass ich bereit bin ins Ausland zu gehen. Der Zeitpunkt war dann aber leider ziemlich ungünstig. Als wir uns entschieden, für Nik’s Stelle nach Hong Kong zu ziehen, war ich im 6. Monat mit Livia schwanger. Um die Auflösung der Wohnung musste ich mich selbst kümmern und das mit einem Kleinkind und einem Neugeborenen. Ich war fast zwei Monate alleine, da Nik schon früher in Hong Kong sein musste. Das war nicht einfach.“

 

Über das Verlassen der Heimat: „Nein, uns ist der Entscheid generell nicht schwer gefallen. Wir waren beide im Schüleraustausch und im Studium im Ausland. Aber klar, es war hart den Großeltern beizubringen, dass sie ihre Enkelkinder die nächsten Jahre nur noch selten oder via Skype sehen werden.

Ein guter Nebeneffekt des Umzuges war es, unsere 120m2 große Wohnung zu entrümpeln – wir wussten ja, dass wir in Hong Kong weniger Platz haben würden.“

 

Über Dinge, die in Hong Kong nicht so einfach sind: „Hong Kong ist schon ein sehr besonderer Teil der Welt. Es gibt wohl wenige Orte, wo man solch einen wahnsinnigen Reichtum geballt antreffen kann. All die Ferraris, die Jachten und die vielen Designerläden zu sehen, das ist schon verrückt.

Dem gegenüber stehen dann die vielen sehr armen Menschen, die für 8 HKD Pappkartons zusammenklauben, um damit ihr Mittagessen zu bezahlen oder die lokalen Familien, wo beide Elternteile arbeiten, aber der Lohn doch nur für eine winzige Wohnung reicht. Diese Diskrepanz kann einem manchmal schon ganz schön zu schaffen machen…“

 

Über Dinge, die Hong Kong so speziell machen: „Wir haben seit einiger Zeit eine Nanny, was hier in Hong Kong völlig normal ist – mittlerweile genießen wir ihre Unterstützung sehr. Nik und ich haben fast jede Woche Date-Night, das hatten wir in Deutschland so gut wie nie und ist hier nur dank Cherry möglich. Wir wissen die Kinder gut versorgt und wir können z.B. spannende Restaurants entdecken und etwas Zweisamkeit genießen!

Toll ist auch, dass wir hier an einem Sonntag einfach kurz mit dem Taxi nach Repulse Bay fahren können. Am Ende des letzten Jahres saßen wir Kaffee trinkend am Strand und unsere Kinder haben im Sand gespielt – und das am 20. Dezember!“

 

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Über die Stellensuche als Expatfrau in HK „Bis jetzt arbeite ich noch nicht, aber nach fast einem Jahr in Hong Kong merke ich, dass ich langsam gerne wieder in meinen Beruf zurück würde. In meinem Berufsfeld als promovierte Wissenschaftlerin, die in Krebsstudien gearbeitet hat, habe ich generell gute Berufschancen – vorausgesetzt, ich arbeite 100%. Genau da liegt aber auch mein Problem, wegen den beiden Kindern kommt für mich eine Vollzeitanstellung derzeit nicht in Frage. Darüber hinaus hat man in Hong Kong mit einem lokalen Vertrag im Durchschnitt nur 15 Urlaubstage pro Jahr, was mir eindeutig zu wenig ist.“

 

Über den ersten Eindruck von HK: „Wir waren uns von Anfang an bewusst, dass die Platzverhältnisse in Hong Kong begrenzt sind. Trotzdem waren wir überrascht, dass wir mit unserem Deutschen Kinderwagen nirgends durchkamen, und so haben wir diesen gleich wieder nach Deutschland zurückgeschickt und uns einen kleinen, klappbaren Buggy gekauft.“

„Als Hong Kong zum ersten Mal ein Thema wurde, habe ich Nik gesagt, dass ich keinesfalls höher als im 15. Stock wohnen möchte, ich Landei“ sagt Christina lachend. „Heute hätte ich kein Problem mehr damit, im 30. Stock zu wohnen“.

„Als positiv empfinden wir, dass unsere beiden Kinder in dieser internationalen Multikulti Umgebung aufwachsen. Ein toller Nebeneffekt ist natürlich, dass die Kinder mühelos Englisch lernen.“

 

Über den Fakt, dass der Mann oft reist und ich mit Kindern alleine bin: „Nik ist regelmässig auf Geschäftsreisen in Australien, Indien, China. Oft eine ganze Woche lang. Deshalb bin ich sehr froh, dass Cherry da ist und mir hilft. Bevor Cherry kam türmte sich oft die Wäsche, ich kam mit dem Putzen nicht hinterher. Jetzt ist immer wunderbar aufgeräumt und alles sauber, zudem kocht Cherry lecker und wie bereits erwähnt lieben die Kinder sie sehr – dies ist für uns eine große Erleichterung.“

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Dinge, die in unserer Familie aasiatisch geworden sind: „Beide Kinder mögen unglaublich gerne Algen in allen Variationen. Das ist sicher typisch asiatisch. Zudem hat Nathan aufgeschnappt, dass viele Asiaten das Victory Zeichen machen wenn sie fotografiert werden. Und deshalb haben wir nun auf fast allen Fotos einen Victory Zeichen formenden und grinsenden Nathan drauf.“

 

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Wenn du euren Kühlschrank öffnest – welche Unterschiede stellt man fest zu vorher in Deutschland? „Wir essen sicherlich etwas weniger Fleisch, dafür kaufen wir aber hochwertiger ein. Reis hat mittlerweile einen prominenten Platz auf unserem Speiseplan eingenommen. Ich habe einen Kantonesisch-Kochkurs gemacht und dies hat auch einen Einfluss, wie wir kochen. Die Dumplings mache ich z.B. seit dem Kurs selbst. In unserem Kühlschrank steht mein Deutscher Gewürzketchup, den ich hier nicht bekomme und schon seit meiner Kindheit liebe. Aber generell bekommt man hier Alles, nur deutlich teurer. Typische DM Produkte lasse ich mir aber immer gerne von Besuchern mitbringen! Zudem habe ich angefangen Brot selber zu backen, weil uns das Brot hier nicht so zusagt und nicht so frisch ist.“

 

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Über Sprachbarrieren: „Nathan hat innerhalb kürzester Zeit Englisch gelernt. Er geht in die German Swiss International School und dort wird Deutsch und Englisch unterrichtet. Zudem hat Cherry wie erwähnt einen großen Einfluss auf das Erlernen der Englischen Sprache.

Ich lerne hier Kantonesisch. Es ist toll für mein Selbstwertgefühl, wenn mich der Taxifahrer versteht, nicht dass dies immer der Fall wäre. Nik ist ein Sprachtalent, er spricht bereits fließend Japanisch und hat hier angefangen Mandarin zu lernen und kann schon einfache Konversation führen. Wir besuchen beide ein Mal pro Woche einen Sprachkurs.“

 

Über eure Zukunft in Hong Kong:  „Der Plan ist erstmal drei Jahre in Hong Kong zu bleiben – was danach kommt, werden wir sehen!“

Vielen Dank, Christina!

 

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